Unfall
Schule nach Chemie-Unfall evakuiert
Bei einem Unfall im Chemieunterricht hat
eine Lehrerin der Klingenberg-Oberschule in
Biesdorf am Montag schwere Verbrennungen an
den Händen erlitten. Schüler wurden nicht
verletzt, das Gebäude musste jedoch
vorsorglich evakuiert werden.
Berlin - Kurz vor 10 Uhr hatte die Lehrerin
aus einem Glas mit 200 Millilitern Brom
einen Teil der Flüssigkeit verschüttet. Brom
ist giftig und ätzend, die Dämpfe können
beim Einatmen die Lunge schädigen. Die
51-Jährige reagierte schnell: Sie schickte
die Kinder aus dem Raum, öffnete die Fenster
und wischte das Brom auf. Während des
Vorfalls war ein Teil der hochaggressiven
Substanz über ihre Hände gelaufen. Mit
Verbrennungen zweiten und dritten Grades
wurde sie vom Unfallkrankenhaus in Marzahn
zur stationären Behandlung aufgenommen.
Unterdessen fuhr ein Großaufgebot von
Polizei und Feuerwehr zur Alberichstraße.
Das Landeskriminalamt erschien mit seinem
Spürfahrzeug und Fachkräften zur ABC-Abwehr.
Die Feuerwehr schickte Fahrzeuge für
Gefahrgut, Messtechnik und Atemschutz sowie
eine Rüstgruppe und drei Löschfahrzeuge zum
Einsatzort. Feuerwehrmänner in Schutzanzügen
banden das Brom mit Kieselsäure und brachten
es in einem Spezialbehälter fort. Gegen 12
Uhr kehrte das letzte Feuerwehr-Fahrzeug auf
seine Wache zurück.
Die Welt vom 18.10.06
Samstag, 08. Juli 2006, 16:46
-- Newsticker Schweiz
In Zukunft keine Versuche mehr mit
Kalium
an Schule in Goldach
(Schweiz)
GOLDACH - An der Schule in Goldach werden im
Fach Chemie ab sofort keine Versuche mehr
mit Kalium durchgeführt: Der Schulrat zieht
die Konsequenzen aus dem Unfall in einer
Oberstufenklasse im März dieses Jahres, bei
dem sich ein Lehrer schwer verletzt hatte.
Den Lehrer traf am Unfall keine Schuld. Der
62-Jährige hatte den Versuch korrekt
durchgeführt, wie eine Untersuchung zeigte.
Der Mann zog sich Verbrennungen zu und
musste im Universitätsspital Zürich
behandelt werden. Heute geht es ihm besser.
Ab August kann er teilzeitlich wieder
arbeiten. Schüler waren keine verletzt
worden.
Eine Untersuchung der Eidgenössischen
Materialprüfungsanstalt (Empa) hat ergeben,
dass die bisher an Schulen praktizierte
mehrjährige Lagerung von Kalium nicht
unproblematisch ist, wie der Schulrat von
Goldach mitteilte. Über mehrere Jahre hinweg
gelagertes Kalium stelle ein Gefahr dar,
heisst es im Empa-Bericht.